Ansichtskarten

Ausstellung: „Weilimdorfer Ansichtskarten“ (11.06.2011 bis 08.10.2011)

Die neue Ausstellung der Weilimdorfer Heimatstube „Weilimdorfer Ansichtskarten 1900 bis 1990“ ist die Jubiläumsausstellung zu 25 Jahre Weilimdorfer Heimatkreis.

Auch Zerstörtes lebt auf den Karten weiter
Aus der „Nord-Rundschau“, am 11.06.2011, von Isabelle Butschek

In der Heimatstube werden in einer Ausstellung Ansichtskarten von 1900 bis 1987 gezeigt.

Plakat zur Ausstellung der Ansichtskarten

Plakat zur Ausstellung der Ansichtskarten

Dass es Postkarten einer Gemeinde gibt, ist an für sich nichts Besonderes. Dass es Postkarten von Weilimdorf gibt, schon. Denn bis 1945 war der Stadtbezirk nur ein kleiner Ort mit 4000 Einwohnern. Und trotzdem ist Erika Porten auf erstaunlich viele Ansichtskarten gestoßen. Insgesamt 112 Exemplare sind in der Heimatstube zu sehen. Die Älteste ist von 1900, die Neuesten stammen aus dem Jahr 1987. Hübsch koloriert, teilweise von Hand gezeichnet, noch mit Briefmarken versehen, manchmal deutsch-national angehaucht, so sehen die ältesten Postkarten aus, die gleich am Anfang der Ausstellung hängen. Zweimal ist dabei auch das so genannte Schlössle abgebildet, das im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Danach sind die Karten nach Themen geordnet. Eine Wand widmet sich dem Schloss Solitude. An den Karten kann zum Teil die Geschichte des Weilimdorfer Wahrzeichens verfolgt werden: mal ist es 1930 mit einem Oldtimer des Motorsportclubs zu sehen, mal stammt das Bild aus einer Zeit, als das Schloss Schwerbeschädigtenheim war. Weitere Stellwände widmen sich „dem Herzen Weilimdorfs“ und dem Löwen-Markt, dann werden Ansichten der verschiedenen Weilimdorfer Siedlungen gezeigt oder auch die unglaublich vielen Gasthäuser, die Weilimdorfer einmal hatte. „Damals gab es noch kein Fernsehen, deswegen sind die Menschen in die Gasthäuser gegangen, um an Informationen zu kommen“, erläutert Porten die hohe Dichte. Abgebildet ist übrigens auch Weilimdorfs einzige Brauerei.

Ansichtskartenwand in der Ausstellung

Ansichtskartenwand in der Ausstellung

Manchmal lohnt es sich auch, genau hinzuschauen. Auf einem Bild der heutigen Wolfbuschschule ist im Eingangsbereich ein Deckengemälde zu sehen, das inzwischen wahrscheinlich unter viel Farbe verschwunden ist. Erika Porten rät aufgrund solcher Details dazu, eine Lupe zur Ausstellung mitzubringen: „Ich habe zwar einige da, aber nicht genug.“ Zumal zu einigen Karten auch der rückseitige Text dazugehängt wurde, der manchmal schwer zu lesen ist. Übrigens kommen dieses Mal auch die jüngsten Besucher auf ihre Kosten. „Die Postkarten hängen zu hoch. Deswegen haben wir weiter unten Bilder mit Szenen aus dem früheren Weilimdorf angebracht, die für Kinder wahrscheinlich interessant sind.“ Da die jüngsten Ansichtskarten 1987 hergestellt wurden, hat sich der Heimatkreis etwas Besonderes einfallen lassen: Passend zur Ausstellung gibt es drei neue Postkarten von Weilimdorf. „Darauf sind das Schloss Solitude, der Löwenplatz und dann das Ensemble Oswaldkirche, Altes Rathaus und Hörnleshasenbrunnen zu sehen“, erläutert Porten.