25 Jahre Heimatkreis

Wunsch für die Zukunft: Mehr Platz für Vergangenheit
Artikel aus der Nord-Rundschau vom 07.06.2011. Von Isabelle Butschek

Ehrung der Gründungsmitglieder, von lks nach re: Bezirksvorsteherin  Ulrike Zich, Vorsitzende Erika Porten, Renate Obermayer, Heiner Obermayer, Willy Stoll, Ulrich Hörnle, Reinhard Wiese.

Ehrung der Gründungsmitglieder, von lks nach re: Bezirksvorsteherin Ulrike Zich, Vorsitzende Erika Porten, Renate Obermayer, Heiner Obermayer, Willy Stoll, Ulrich Hörnle, Reinhard Wiese.

Weilimdorf (07.06.2011) – Eigentlich suchte Heinrich Schmidt damals nur nach alten Weilimdorfer Geschichten und Legenden. Doch der damalige Rektor der Seelachschule fand einiges mehr: Auf den Speichern und in den Scheunen seiner Gesprächspartner lagerten allerhand Dinge, die von längst vergangenen Zeiten erzählten. Deswegen war sein Ziel klar: dafür muss in Weilimdorf ein Heimatmuseum her.

„Bei jeder Gelegenheit hat er für seine Idee geworben“, erzählt Heiner Obermayer, der zu den Gründungsmitgliedern des Heimatkreises gehört. Insgesamt waren es 20 Weilimdorfer, die sich von der Begeisterung Heinrich Schmidts anstecken ließen und 1986 den Verein gründeten, der unter anderem folgende Ziele in seiner Satzung festhielt: die historischen und kulturellen Heimatgedanken in allen Teilen Weilimdorfs wach zu halten, ein Heimatmuseum einzurichten sowie das heimatliche Brauchtum zu bewahren und zu fördern.

Nur ein Jahr später konnte die Idee des Museums verwirklicht werden. Allerdings nicht ganz so, wie es sich die Heimathistoriker gewünscht hatten: „Statt einem ganzen Haus haben wir nur das Dachgeschoss des Alten Pfarrhaus bekommen“, sagt Obermayer. Daran hat sich nichts geändert. Viel Platz ist nicht, um die gesammelten Kostbarkeiten wie eine alte Schusterwerkstatt, die Haus- und Bauerngerätschaften oder gar die Funde aus Eis- und Steinzeit in der Heimatstube zu zeigen – und vor allem unterzubringen. „Bis 2005 war vieles im städtischen Bauhof gelagert, dessen ehemaliger Leiter Karl-Eugen Riedlinger nach Schmidt Vorsitzender war“, sagt Obermayer.

Doch die Heimatstube wurde und wird trotzdem rege genutzt – vor allem, seit Erika Porten 2001 den Vorsitz des Heimatkreises übernommen hat. Sie hat seither etwa 30 Ausstellungen konzipiert. Altes Kinderspielzeug, Ostereier, Kaffeekannen, Münzen, Handarbeiten – es gibt kaum ein Themengebiet, das noch nicht behandelt wurde. Und der Stoff geht ihr nicht aus. Beim Jubiläum am nächsten Samstag wird eine Ausstellung alter Weilimdorfer Ansichtskarten eröffnet. Und die nächste Idee hat Erika Porten auch schon im Kopf: sie möchte alte Bilderbücher bis zu den 1960er Jahren zeigen – und sucht dafür noch Exemplare. Sehr gern erinnert sich Erika Porten an die Ausstellung, bei der im Bezirksrathaus Bilder von Otto Reiniger zu sehen waren: „Obwohl die Veranstaltung nur einen Tag ging, kamen 456 Besucher.“

Erwähnenswert sind schließlich auch die Ausstellungen zum Leben der Weilimdorfer von der Steinzeit bis zuletzt im Mittelalter. Gerade diese haben Erika Porten gezeigt, dass sich ihre Mitbürger durchaus für die Geschichte ihres Stadtbezirkes interessieren: „Ich hatte unglaublich viele Gruppenführungen“, berichtet sie. Apropos Führungen: auch ihre Rundgänge durch den alten Flecken, egal ob für Erwachsene oder Kinder, sind sehr gefragt. Ganz zu schweigen von der Lichtkarz im Herbst, bei der die Heimatstube regelmäßig an ihr Fassungsvermögen kommt. „Ich glaube deswegen schon, dass wir einiges bewegt haben, was das Bewusstsein für die Heimatgeschichte oder die eigene Tradition angeht“, sagt Porten. Und wer sich über verschiedene Geschichtsthemen informieren möchte, kann zudem auf die Heimatblätter zurückgreifen, die der Verein regelmäßig herausgibt – das aktuelle Heft beschäftigt sich mit dem Industriegebiet und seiner Entwicklung.

Aus 20 sind inzwischen übrigens 188 Mitglieder geworden. Auch in diesem Bereich hat der Heimatkreis durchaus eine positive Entwicklung erlebt. Und was wünscht sich der Verein für die Zukunft? Da muss die Vorsitzende nicht lange nachdenken: mehr Platz für das Museum. Am liebsten sollte es seine neue Heimat im Alten Rathaus finden. Damit aus der Stube doch fast ein Haus wird: „Dieser Traum ist uns erhalten geblieben.“

Programmablauf Festakt 25 Jahre Weilimdorfer Heimatkreis am 11. Juni 2011:

Trio „Trisonore“
Begrüßung durch Erika Porten
Grußwort der Bezirksvorsteherin Ulrike Zich
Mitgliederehrung
Trio „Trisonore“
Festvortrag Gunter Haug: „Geschichten um die Königserhebung in Württemberg“
Trio „Trisonore“
Schlusswort mit Erika Porten
Eröffnung der Ausstellung „Weilimdorfer Ansichtskarten“ in der Heimatstube, Ditzinger Straße 7
Umtrunk