Vereinsgeschichte

Lichtkarz in der Heimatstube

Lichtkarz in der Heimatstube

Der Weilimdorfer Heimatkreis e.V. beschäftigt sich mit der Geschichte Weilimdorfs. Er wurde 1986 gegründet und ist damit einer der jüngsten Weilimdorfer Vereine. In den vergangenen zwanzig Jahren hat dieser Geschichtsverein beständig an seinen satzungsgemäßen Zielen gearbeitet und kann inzwischen auf eine erfolgreiche Arbeit zurückblicken.
Eines der Ziele, die Einrichtung eine örtlichen Heimatmuseums, ist bisher in Form der Weilimdorfer Heimatstube erst teilweise erreicht. In diesem Ausstellungsraum im Dachgeschoss des Alten Pfarrhauses werden regelmäßig wechselnde Ausstellungen gezeigt. Die vielfältigen Ausstellungsthemen befassen sich z.B. mit dem Ackerbau der frühen „Weilemer“ Bandkeramiker um 5000 v. Chr., aber auch mit Kinderzimmern im 20. Jahrhundert. Ein angemessener Ausstellungsraum, der sich nicht mit einem Dachgeschoss begnügen muss, ist noch immer das große Ziel, das nicht aus den Augen verloren wird.
Die Arbeit des Weilimdorfer Geschichtsvereins umfasst aber auch – die Sammlung von Exponaten zur Ortsgeschichte, deren Erhaltung und Dokumentation – den Aufbau eines Weilimdorfer Bildarchivs – die Sammlung und Dokumentation von Zeitzeugen- Erinnerungen – die Veröffentlichung des Weilimdorfer Heimatblatts – Vorträge und Veranstaltungen zu geschichtlichen Themen.

Oswaldkirche und das "alte" Rathaus 1970

Oswaldkirche und das „alte“ Rathaus 1970

Wenn man die heutige Gestalt des Stadtbezirks Weilimdorf verstehen möchte, muss man sich mit dessen Geschichte beschäftigen und wird feststellen, dass Geschichte nicht nur in den Geschichtsbüchern steht, sondern auch vor der eigenen Haustür nachvollzogen werden kann. Die Entwicklung Weilimdorfs vom kleinen selbständigen Bauerndorf im Oberamt Leonberg zu einem der großen Stadtbezirke Stuttgarts spiegelt die historischen Geschehnisse des 20. Jahrhunderts wider. So sind z.B. die Stadtteile Giebel, Bergheim oder Hausen als Folge des Zweiten Weltkriegs entstanden, als Vertriebene und Flüchtlinge hier eine Unterkunft suchten und nicht genügend Wohnraum zur Verfügung stand.
Der Weilimdorfer Heimatkreis kooperiert auch mit anderen örtlichen Vereinen und Institutionen, wie z.B. bei literarischen Spaziergängen oder mit dem Landwirtschaftlichen Ortsverein beim Stadtfest im Jahr 2006. Mit den Kirchengemeinden wurde 2005 an den schweren Luftangriff auf Weilimdorf im Jahr 1945 erinnert und eine gemeinsame Veranstaltung mit der Bonhoeffer-Kirchengemeinde führte zu der Bezeichnung: „Gertrud- und Otto-Mörike-Weg“ im ehemaligen Pfarrgarten. Damit wird an das Ehepaar aus dem kirchlichen Widerstand erinnert, das hier in der Nachkriegszeit tätig war und in der Erinnerung vieler Weilimdorfer tiefe Spuren hinterlassen hat.

Der Osterbrunnen wird seit 2011 geschmückt

Der Osterbrunnen wird seit 2011 geschmückt

Mit der „Lichtkarz“ hat der Heimatkreis einen alten Brauch in Erinnerung gerufen. Diese Veranstaltungen hat sich inzwischen zum Geheimtipp entwickelt.  Ein neues Brauchtum wird seit dem Jahr 2011 zu Ostern gepflegt. Der Hörnleshas-Brunnen in der Glemsgaustraße wird unter Beteiligung eines Weilimdorfer Kindergartens geschmückt als Dank für unser tägliches Trinkwasser, dem Stoff ohne den kein Leben möglich ist. Daneben beteiligt sich der Weilimdorfer Heimatkreis mit eigenen Veranstaltungen am örtlichen Kinderferienprogramm und dem Weilimdorfer Seniorenherbst, einem Angebot für ältere Mitbürger. Der Weilimdorfer Geschichtsverein ist nicht nur an der Vergangenheit interessiert, er beobachtet auch die gegenwärtigen Geschehnisse und bezieht Stellung.

Auch wenn in Stuttgart in den nächsten Jahren ein zentrales stadtgeschichtliches Museum entsteht, wird der Weilimdorfer Heimatkreis nicht überflüssig werden. Denn die Weilimdorfer Geschichte ist zu vielfältig und interessant, um auch künftig weiterhin ehrenamtlich erforscht und dargestellt zu werden.