Brett vorm Kopf? Ausstellung zu „Volkspoesie auf Holz“

Blick in die Ausstellung "Volkspoesie auf Holz"

Blick in die Ausstellung „Volkspoesie auf Holz“

Brett vorm Kopf? Auf Holz klopfen? Volkspoesie auf Holz? Der Heimatkreis bohrt in seiner neuen Ausstellung in der Heimatstube nicht nur Löcher in die Wände, um die Aufhängungen für ganz besondere Bretter montieren zu können – es wird auch altdeutsch gedichtet.

Erika Porten wurde auf die „sprechenden Bretter“ beim Besuch einer Bekannten aufmerksam – es waren bunt bemalte Holzbretter als Wohnzimmerdekoration, wie man sie aus den Stuben der Großeltern vielleicht noch kennt. Sie hingen über Sofas, an Küchenwänden, über Türen… Neugierig über die „Haussprüche“ machte Erika Porten sich auf die Suche nach einem Sammler – der ausgerechnet auch noch in Weilimdorf wohnt und mehr als 500 Exemplare besitzt: Dr. Carl Maier steuert nun 68 ausgesuchte Exemplare für die Sonderausstellung in der Heimatstube bei – sozusagen eine Weltpremiere, denn er hatte bereits mehrfach versucht, Ausstellungen anzuregen. Auch das Landesmuseum konnte nur bestätigen: derartiges wurde noch nie ausgestellt.

Erika Porten in der Ausstellung "Volkspoesie auf Holz"

Erika Porten in der Ausstellung „Volkspoesie auf Holz“

„Haussprüche gab es schon im Altertum“, so Erika Porten – sie wurde bei einem Besuch in Pompeji am Fuße des Vesuv in Italien auf römische Verse über den Türen der Häuser erstmals aufmerksam. Auch in Deutschland verbreiteten sich die Haussprüche im Laufe der Jahrhunderte – jeder kennt sie an Fachwerkhäusern als Ritzungen in den Balken. „Im Laufe des 15. Jahrhunderts hielten die Sprüche Einzug in die Wohnstuben“, erzählt Erika Porten. Besonders „hipp“ waren sie etwa zwischen 1880 und 1930, damals verlangte der „Zeitgeist“ die Anbringung der Bretter in jedem Haushalt. Heutzutage verbindet man sie eher wieder mit Fachwerk und Mittelalter – nicht jedoch mit dem 19. und 20. Jahrhundert, als sie ihre Blütezeit erlebten.

Blick in die Ausstellung "Volkspoesie auf Holz"

Blick in die Ausstellung „Volkspoesie auf Holz“

Am Freitag, 29. November 2013, um 19.30 Uhr beginnt nun die feierliche Ausstellungseröffnung in der Heimatstube in der Ditzinger Straße 7. Die Ausstellung kann anschließend vom 30. November 2013 bis zum 08. März 2014 immer samstags von 15 – 17 Uhr und nach telefonischer Anmeldung unter: Tel.-Nr. 0711/ 83 42 43 besucht werden.